Montag, 5. Februar 2018

Manuela Aeppli, Präsidentin LC Austria, Nachlese zum WPK 2017:


Als Mitglied von Ladies Circle in Österreich habe ich in den letzten Jahren immer mal wieder etwas vom Weihnachtspäckchenkonvoi gehört. Als dann im Mai 2017 Björn Schirmer von RTD bei unserem AGM war und uns von diesem Projekt erzählt hat, lief es mir kalt den Rücken hinunter. Der mitgebrachte Film und die persönlichen Erzählungen haben dazu beigetragen, dass auch ein paar Tränen geflossen sind (nicht nur bei mir). Als Präsidentin 2017/18 von Ladies Circle Austria habe ich Björn gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, beim Weihnachtspäckchenkonvoi 2017 mitzufahren. Auf meine Frage hin hat er gelächelt und mir gesagt, dass ich als Präsidentin auf jeden Fall einen Platz bekäme. Gesagt getan und im Juni 2017 hatte ich mich für den Weihnachtspäckchenkonvoi 2017 angemeldet und der Urlaub für die Woche war auch schon bewilligt. J 

Am 27.11.2017 war ich zusammen mit Sandra Tschank vom LC6 Wiener Neustadt und den Herren vom RT35 Wiener Neustadt (Rene Rumpler, Alex Schwartz, Michael Rosenstein und Stefan Tersch) unterwegs, um die Päckchen von den Schulen in Wiener Neustadt einzusammeln. Es wurden insgesamt 567 Weihnachtspäckchen gespendet. J 

Die sechs Monate zwischen Anmeldung und Abfahrt in Hanau vergingen sehr schnell und schon war der Tag der Anreise am 01.12.2017 da. Ich flog von Wien nach Frankfurt und wurde dort von Dave Keller (RT Heidelberg) abgeholt und nach Hanau chauffiert. Im Hotel angekommen habe ich einige alte und viele neue Freunde getroffen, wie das so ist bei RT und LC. Nach einem lustigen Abend und ein paar Stunden Schlaf ging es am nächsten Morgen um 09:00 Uhr zur Registrierung. Um 10:00 Uhr gab es dann eine offizielle Begrüßung mit ein paar Reden und Informationen. Dabei wurde uns auch mitgeteilt, dass sagenhafte 132.000 Päckchen gesammelt wurden und diese mit 28 LKWs, 6 Reisebussen, 5 Begleitfahrzeugen und 237 Mitfahrern in 4 Ländern (Rumänien, Bulgarien, Ukraine und Moldawien) verteilt werden. Um 11:20 Uhr hat sich der ganze Konvoi in Bewegung gesetzt und los ging die Reise nach Moldawien. Wir haben immer mal wieder einen Halt gemacht um zu Essen, für die Toilette, für den Fahrerwechsel etc. Bei unserem Frühstückshalt in Deva, Rumänien, haben wir uns dann nach dem Frühstück im Foodcort auf dem Parkplatz die Zähne geputzt.  

Nach gesamthaft 42 Stunden sind wir dann am 04.12.2017 um 05:30 Uhr in der Früh in Chişinău, Moldawien, angekommen und haben in einem netten Hotel unsere Zimmer bezogen. Nach ein paar Stunden Schlaf ging es um 12:00 Uhr auch schon weiter und wir sind zu einer Schule gefahren um unsere ersten Päckchen zu verteilen. Es war ein überwältigender Moment als wir da auf der Bühne standen und uns hunderte von Kinderaugen angeschaut haben. Nach ein paar Grußworten ging es mit dem Päckchenverteilen los, juhuuuuu! An dem Nachmittag waren wir noch bei einem anderen Kindergarten und zwei Gemeindezentren und überall wurden wir mit sehr viel Freude und Geduld empfangen. Da es in Moldawien keinen Round Table oder Ladies Circle gibt, hat uns der Rotary Club Chişinău tatkräftig unterstützt, z.B. bei der Auswahl der Schulen, der Bereitstellung der zusätzlichen Fahrzeuge, den Sprachbarrieren und der ganzen Koordination vor Ort. Am Abend gab es daher auch ein gemeinsames Abendessen mit den Damen und Herren vom Rotary Club.  

Die nächsten zwei Tage waren wir in Kleingruppen mit Kleinbussen außerhalb von Chişinău unterwegs. Abgesehen von den Hauptverkehrsstraßen sind die Straßen meistens nicht asphaltiert und haben sehr viele Schlaglöcher. Das macht das Vorwärtskommen nicht gerade einfacher. Daher haben wir für kurze Distanzen auch sehr lange gebraucht. Am Ende des Weges wurden wir dann aber immer belohnt, wenn wir in diese strahlenden Kinderaugen schauen konnten.
Es hat ein paar Kindergärten und Schulen gegeben, bei denen wir die Päckchen nur den Kindern überreicht haben.

Dann hat es aber auch Kindergärten und Schulen gegeben, bei welchen wir die Päckchen gemeinsam mit den Kindern aufmachen konnten. Das waren die ganz besonders emotionalen Momente: Wenn man sieht wie die Kinder voller Vorfreude die Geschenke auspacken und dann mit offenem Mund und glänzenden Augen in die Päckchen schauen und sich riesig über den Inhalt freuen.
 
Zwei Momente haben mich emotional besonders berührt: Der eine Moment war, als wir in einem Kindergarten das Lied „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum“ gesungen haben und nach kurzer Zeit die Betreuerinnen mit den Kindern auf Rumänisch (eine der Landessprachen) eingestimmt haben. So haben wir das Lied gemeinsam in zwei verschieden Sprachen gesungen. Das hat bei mir eine Gänsehaut hervorgerufen.

Der andere Moment war, als wir in einer Schule drei Geschenke entgegennehmen durften. Eines der Geschenke war ein Plakat voller Hände. Auf die Hände waren die Namen der Kinder geschrieben. Die Direktorin hat uns erklärt, dass die Kinder gerne jedem einzelnen Kind, welches ein Päckchen für sie gemacht hat, die Hand zum Dank geben würden. Da dies jedoch nicht machbar ist, haben sie ihre Hände aus Papier ausgeschnitten und auf dieses Plakat geklebt. Wir sollen dieses Plakat mitnehmen und in unseren Ländern ein großes DANKESCHÖN verbreiten. 

Am Mittwochabend haben wir uns alle wieder in Chişinău getroffen und den Tag mit einem guten Essen ausklingen lassen.

Am Donnerstagvormittag wurden noch die letzten Päckchen in Kindergärten, Krankenhäusern und Behindertenheimen verteilt, bevor es für uns Abschied nehmen hieß und wir uns wieder auf die lange Reise nach Hause machten. Nach einer weiteren Busfahrt über 42 Stunden sind wir dank unserer super Busfahrer wieder gut in Hanau angekommen.

Der Weihnachtspäckchenkonvoi ist eine super Aktion und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit erhalten habe und mitgefahren bin. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein J

An dieser Stelle auch von mir nochmals ein herzliches Dankeschön an alle, die Tag und Nacht dafür gearbeitet haben, dass dieser Weihnachtspäckchenkonvoi überhaupt losfahren konnte und dann auch so reibungslos ablief. 

Yours in friendship,
Manuela Aeppli
Präsidentin 2017/18
Ladies Circle Austria

Montag, 8. Januar 2018

Stefan Fross und die neuen Dächer von Silivas:

Stefan Fross
Rumänien im Dezember 2017 – es ist kurz vor Weihnachten...
Anfang Dezember haben Freunde des „Weihnachtspäckchenkonvoi“ 650 Weihnachtsgeschenke nach Ocna Mures gebracht - einem Ort mit rund 10.000 Einwohner, gelegen zwischen Cluj-Napoca und Alba Iulia. Empfänger der Päckchen ist Attila Pal, Leiter des Kinderheimes „Casa Sanctuary“. Er verteilt die Geschenke aus Deutschland an Kinder in Ocna Mures und in den Dörfern Silivas, Cistei und Unirea.
Es ist der 16. Dezember als ich in Ocna Mures eintreffe. Seit einigen Jahren bin ich für Kinder in Rumänien aktiv und freute mich über den Besuch von Tommy Führer, der eigens für die Verteilung der 650 Weihnachtspäckchen aus Deutschland angereist kam. An diesem Tag findet in einem Gotteshaus die Weihnachtsfeier statt. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Küche, die für die rund 400 Kinder der oben genannten Dörfer viermal in der Woche ein Mittagessen zubereitet. Häufig die einzigen warmen Mahlzeiten, die die Kinder erhalten. Vor der Küche steht eine junge Frau, die einen fünf Liter Eimer bei sich hat. Sie hofft auf ein wenig Suppe für sich und ihre Familie. Ihre Hoffnung geht in Erfüllung – in Rumänien, einem EU-Land...

Die Weihnachtsfeier mit rund 250 Kindern ist wundervoll. Es wird zusammen Musik gemacht und gesungen und für die Gäste aus Deutschland gibt es eine besondere Aufführung. Im Anschluss daran verteilt Tommy die Weihnachtspäckchen an die Kinder und Jugendlichen. Es sind häufig die einzigen Geschenke, die die Kinder zu Weihnachten erhalten. Freude, Lachen, leuchtende Kinderaugen – unbeschreibliche Momente in Ocna Mures, waren doch noch im letzten Jahr als Geschenk den Kindern eine Tüte mit einer Mandarine und etwas Süßem gereicht worden.
Nach der Weihnachtsfeier geht es nach Silivas. Dort werden die Päckchen durch Attila Pal am 20.12. verteilt. Silivas ist ein kleines Dorf, 10 km von Ocna Mures entfernt. Dort leben rund 300 Einwohner in Verhältnissen, die an Slums erinnern. Die Hütten, in denen die Menschen wohnen, haben kein fließend Wasser und keine Heizung. Die hygienischen Verhältnisse sind verheerend und in den kalten Wintermonaten erfrieren manchmal Kinder hier im Dorf Silivas.

Bis vor wenigen Monaten besaßen die Hütten kein festes Dach, sondern waren meist mit einer dünnen Folie gedeckt. Dank der Unterstützung von vielen Spendern konnte ich noch im letzten Jahr mit einem kleinen Projektteam für ein festes Dach auf 41 Hütten sorgen. Auch wenn die Situation in Silivas jetzt ein wenig besser wird, ist man immer noch fassungslos. Tommy war sichtlich bewegt und wollte/ konnte sich den Zustand in den Häusern gar nicht mehr ansehen. Das bis dahin erlebte musste er wohl auch erst einmal verarbeiten.
Nach unserem Besuch zeigt uns Attila Pal das Kinderheim „Casa Sanctuary“. Hier leben aktuell rund 40 Kinder und Jugendliche in einem familiären Umfeld. Die finanzielle Situation ist prekär. Da der rumänische Staat pro Tag und pro Kind nur einen Euro zur Verfügung stellt, jedoch acht Euro benötigt werden, ist das Kinderheim auf Spenden angewiesen. In 2016 sind einige Spender weg gefallen, so dass die Mitarbeiter auf Gehalt verzichten müssen, damit man sich nicht von einzelnen Kindern trennen muss. Bedrückt und traurig verlassen Tommy und ich Ocna Mures. mit der Gewissheit: Hier muss noch geholfen werden!
Am nächsten Tag sind wir in Petresti unweit von Sebes. Hier betreibt der Deutsche Matthias Müller seit 1999 das Kinderheim „Casa Onisim“. Aktuell leben rund 80 Kinder hier. Die Kinder kommen aus ähnlichen Verhältnissen wie in Silivas und finden in Petresti ein neues zu Hause. Schicksale, die wir uns kaum vorstellen können. Vor einiger Zeit hat Matthias Müller drei Geschwister aufgenommen, deren drei Brüder und Schwestern verhungert waren – in Rumänien, einem EU-Land...
Wie schon in Ocna Mures ist der Empfang herzlich. Alle Kinder in der „Casa Onisim“ sprechen deutsch und die Verständigung ist einfach. Es wird gelacht und die Kinder zeigen uns ihre Zimmer. Es macht viel Freude, mit den kleinen und großen Bewohnern zu plaudern.
Auch die „Casa Onisim“ lebt von Spenden. Jedes Jahr werden rund 250.000 Euro benötigt. Viel Geld, jedoch ein kleiner Beitrag für die Zukunft von 80 Kindern.
Mit vielen Eindrücken geht es heim nach Deutschland. Überall sind wir herzlich begrüßt und empfangen und trotz aller Armut reich beschenkt worden. Mit Wärme, mit Zuneigung, mit einem Lachen. Wir werden wieder kommen, zu den Kindern nach Ocna Mures und Petresti.

Stefan Fross

Mittwoch, 3. Januar 2018

Barry Durman; Immediate Past President and Community Services GB&I 41 Club


I just wanted to say what a fabulous experience it was to join your Christmas Parcels Convoy for 2017. I had seen the video of your departure on Facebook in 2016 and was amazed by the number of vehicles, so when Bob offered to ask if I could join you in 2017, I said yes please.  


It is an exceptional exercise in logistics and is so good on several Levels: 

1                     It is good for German children to give presents to those less fortunate and to learn about these other countries
2                     It is great for the RT Family with the 4 clubs working side by side collecting the parcels
3                     It is smashing for us to see the children in these countries and to realise that our children are so lucky in comparison
4                     It is nice for the children to receive some welcome Christmas presents.
5                     It is brilliant, for those delivering the presents, fellowship and camaraderie and working together as a team
6                     It is good for International relations, especially if a few more countries get involved 

The highlights for me, apart from spending 48 hours non stop in a coach, were going to a few deprived houses to visit families, seeing children open their presents and getting to know all the “Moldies”.

I was very touched when Manuela from Austria LC, showed the picture of all the Moldovan children’s hands waving to say thank you to the German children, who had donated all the parcels.

I am very hopeful that GB&I 41 Club will play a more active role next year. I know that Dave Campbell and Peter Good, as well as myself, would like to attend next year and we will be trying to set up a collection operation to add to the 132000 parcels we all delivered this time round. It does complement our National Presidents Charity as it is not a fund raising exercise to compete for funds, it is more ACTION. I will be discussing this at our next Board Meeting in a few weeks time 

All the best for 2018 and pleased include us in your planning. It would be great if we could start off with 5000 parcels. 

Barry Durman

PS Thanks to Bob Parton (and Gisela) for being my mentor, translator and home host !!

Freitag, 29. Dezember 2017

Julius Diernhofer, RT 32: Ein „Konvoi-Neuling“ berichtet…

photography I nikita kulikov 
#nikitakulikov #fotograf #frankfurt #photography
Als ich im letzten Oktober zu Round Table (Round Table 32 Regensburg) gestoßen bin, habe ich in den ersten Monaten immer wieder von der Aktion „Weihnachtspäckchenkonvoi“ gehört.
Zu Beginn konnte ich nicht wirklich was damit anfangen, aber als Sinan und Holger dann nach dem Konvoi wieder zurück waren, haben Sie natürlich ausführlich darüber berichtet. Irgendwann in 2017 hab ich mir dann gedacht: hey, da könntest du ja auch (mal) mitfahren.
Nach der Anmeldung herrschte dann erstmal lange Stille; ja ich wusste, dass das Orga-Team ein neues Zentrallager sucht (und dann ja auch gefunden hat) aber als Ende September immer noch keine Zu- oder Absage da war, hab ich mir dann doch langsam Sorgen gemacht, ob es überhaupt klappt. 

Dann, endlich, Anfang Oktober kam die Mail, dass ich mitfahren kann. Ab da stieg einerseits die Vorfreude, andererseits aber auch die Bedenken, was mich da erwartet.
Nach vielen Tips von Holger und Sinan (danke an dieser Stelle), was ich alles mitnehmen bzw. nicht vergessen sollte, aber auch vorsichtigen „Warnungen“, dass es doch ein, positiv wie negativ, sehr beeindruckendes Erlebnis werden kann, habe ich mich dann am 2. Dezember (leider alleine) auf den Weg nach Dresden gemacht um dort zum Konvoi zu stoßen, der ja schon einige Stunden früher in Hanau losgefahren war.
Bei Alexander angekommen sind wir dann von Freunden zum Treffpunkt gebracht worden.

Dort angekommen, kannte ich nur Damian (und ihn auch nur vom sehen).
Aber wie es bei RT (und natürlich auch OT, LC) so ist, kaum ist man in den Bus eingestiegen (und hat sein Gepäck notdürftig verstaut), schon kommt man mit seinen neuen Freunden ganz schnell ins Gespräch (andere schneller, ich brauch da ja immer etwas länger um aufzutauen) und schon nach relativ kurzer Zeit hat sich dann ein Gefühl eingestellt, das ich im Nachhinein als „Konvoi-Gemeinschaft“ bezeichnen würde und bald war es so, als würde man alle schon eine Ewigkeit kennen (frei nach dem RT-Motto: „Meeting old friends for the first time“).
Auch eine gewisse „Camping-Stimmung“ (Stichwort: „Morgenhygiene bei gefühlten 2°C hinter einer Tankstelle“) kam bei mir während der fast zweitägigen Fahrt durchaus auf.
Als wir dann in Odessa ankamen, befürchtete ich (nach den Erfahrungen auf der Fahrt) schon Schlimmstes, jedoch sind wir dort in der ersten Nacht dann in einem, für ukrainische Verhältnisse, luxuriösen Hotel untergebracht gewesen.
Am nächsten Tag dann die erste Lektion des Konvois: „Geduld“. 
Im Zolllager waren dann alle (vor allem die Konvoi-Neulinge) bis in die Haarspitzen motiviert und haben sich nahezu um die Arbeit gerissen, nur um dann gleich durch die Dauer der Abfertigung einen Dämpfer zu erhalten.
Aber irgendwann gings dann ja doch los und wir (Marco, Rolf, Inessa, Michaela, Mirko, Nikita, Nico  und ich) auf unsere Tour, genannt „Odessa-Nord“ machen.
Glück für uns: wir hatten wieder ein Hotel an der Autobahn als Basis. Damit war dann auch die heiße Dusche und ein eigenes Bett gesichert (hätte ja auch schlimmer kommen können).
Bis dahin war es jedoch noch ein (im wahrsten Sinne des Wortes) langer Weg, da wir gleich noch am ersten Abend anfingen, die ersten Umkartons auszuliefern.
Als unser Fahrer dann meinte, dass er von einem Bekannten einen besseren Weg zum ersten Ziel erklärt bekommen habe, keimte schon die leise Hoffnung, dass wir es vielleicht vor Mitternacht ins Hotel schaffen würden.
Nachdem wir dann aber (mit unserem 15-Sitzer und dem 40-Tonner im Schlepptau) auf die vermeintlich bessere Straße eingebogen waren und mit der traurigen Realität ukrainischer Nebenstrecken konfrontiert waren, zerschlug sich diese Hoffnung gleich wieder.
Nach dem Abladen der ersten unserer „nur“ 1800 Päckchen waren wir dann über die eigentlich geplante Straße (die übrigens um einiges besser war) innerhalb von zehn Minuten wieder auf der Autobahn (und haben nicht ca. 25 Minuten gebraucht wie für den Hinweg).
Allmählich wurde mir auch klar warum wir nur so „wenig“ Päckchen dabei hatten und auch deshalb entschieden wir uns dann auch die restlichen Pakete für heute in den Kleinbus zu laden und den Laster schon mal ans Hotel zu schicken.
Zwei Stationen standen am ersten Abend noch aus und schon auf dem Weg zur ersten, stellte sich die vorherige Entscheidung als sehr gut heraus. Warum? Es gibt Nebenstrecken (s. o.) und es gibt Wege (ich spreche an dieser Stelle absichtlich nicht von Straßen), die würden bei uns nicht mal als ausgefahrene Wald- oder Feldwege durchgehen. 
Auch hier wieder die Lektion „Geduld“; wir brauchen den Bus ja noch ein paar Tage.
Irgendwann gegen halb zwei Uhr nachts sind wir dann wieder im Hotel angekommen und alle nach einem verspäteten Mitternachts-Essen sofort in unseren Zimmern verschwunden, weil um neun Uhr am nächsten Tag auch die nächste Tour anstand.
Nachdem wir wieder Päckchen in den Bus umgeladen hatten sind wir dann die ersten Schulen angefahren, in der Hoffnung, dass wir endlich die erhofften strahlenden Kinder-Augen erleben durften, von denen die Konvoi-Veteranen immer wieder erzählten. 
Problem ist nur, dass, wenn der Fahrer nicht genau weiß wo er hinmuss, man in der Ukraine nicht stehenbleibt und fragt, oder jemanden anruft, sondern man fährt einfach erstmal weiter und schaut mal was da noch alles (über Straßen in, für deutsche Verhältnisse, miserablem Zustand) kommt, nur um dann doch nach gefühlten 10km Umweg jemanden anzurufen und nach dem Weg zu fragen.

Schlussendlich waren wir dann gegen Mittag an unserem Ziel, einem Kindergarten angekommen und nach ein paar Formalitäten konnten wir die ersten Päckchen an die Kinder abgeben. 
photography I nikita kulikov 
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Erst als wir (und ich glaube hier kann ich für alle „Neuen“ in unserem Team sprechen) das Leuchten in den Augen der Kinder und ihre Freude über eine Zahnbürste und Zahnpasta (!!!) sehen konnten, haben wir ansatzweise verstanden, um was es bei der Anstrengung namens „Weihnachtspäckchenkonvoi“ wirklich geht. Nämlich darum, Kindern eine Freude zu machen und sie mit, für uns völlig normalen Gegenständen wie Hygieneartikeln zu versorgen.
Teilweise war die Freude über o. g. Zahnbürste größer, als über irgendwelches Spielzeug oder auch Süßigkeiten, ganz einfach darum, weil die Kinder zwar gelernt bekommen, dass sie ihre Zähne putzen müssen/sollen, aber in den seltensten Fällen überhaupt eine Zahnbürste und/oder Zahnpasta haben!
Danach wurden wir vom Schulleiter kurz zu seinem Haus gebracht, da er mehrere Schulen betreut und wir die dafür vorgesehenen Päckchen in einem Zwischenlager abluden. 
Seine Freude über unser Erscheinen teilte er uns dann auch in Form von selbstgebranntem "Samogon" und da man ja bekanntlich auf einem Fuß nicht steht….. 
Wir mussten uns dann auch eindringlich und mehrmals von ihm verabschieden, sonst wäre womöglich an eine weitere Verteilung von Päckchen nicht mehr zu denken gewesen.
Auch den restlichen Tag quälte unser Fahrer (der natürlich nicht mitgetrunken hatte) den geschätzt mindestens 30 Jahre alten Mercedes-Bus über schlechteste Straßen und nach einem Treffen mit unserem Laster (bei dem wir nochmals Päckchen eingeladen haben) haben wir uns dann nochmal auf den Weg ins nirgendwo gemacht.
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Ziel war eine Ortschaft, in der ein 11-jähriges Mädchen namens Yuliya mit ihren Eltern, in sogar für ukrainische Verhältnisse ärmlichen Verhältnissen, wohnt. 
Yuliya ist ein sog. „Schmetterlingskind“, d. h. sie hat eine (momentan unheilbare) Haut-Krankheit namens „Epidermolysis bullosa“ (oder auch „Schmetterlingskrankheit“), die sich darin äußert, dass ihre Hautschichten nicht wie gewohnt relativ fest miteinander verbunden sind. Das wiederum bedeutet, dass die Haut schon bei wenig Reibung reißt und sich somit schwer heilende Wunden bilden.  
Vorher hatte Damian noch kurzfristig über den RT-Verteiler einen Spendenaufruf gestartet, mit dem Zweck, Yuliya mit medizinischem Material versorgen zu können.
Als wir dann irgendwo im Nirgendwo angekommen waren (nachdem wir sogar noch eine ältere Dame aufgesammelt hatten, die aber dafür den Weg genau kannte), erwartete uns ein kleines Zimmer in dem die Familie schon auf uns wartete.
Was sie nicht wussten ist, dass am Ende elf Personen mehr in diesem Zimmer waren, um Yuliya die Materialien im Wert von 4500€ zu übergeben zu können.
Nachdem die beiden Kartons ausgepackt waren, begann Nikita ein Telefonat mit dem Vorsitzenden von DermaKIDS e.V. in Berlin um den Eltern zu erklären, wie das Material zu verwenden ist.

In der ganzen Aufregung fiel mir auf, dass die Eltern und ganz im speziellen die Mutter von Yuliya sehr ruhig war und kaum sprach.
Kurz bevor wir dann wieder weiterfuhren, versuchte sie sich für ihre Stille zu entschuldigen und sagte, dass sie das Ganze noch nicht begreifen könne und sagte: „Odessa hilft nicht, Kiev hilft nicht, und ihr, die ihr uns gar nicht kennt, kommt tausende Kilometer zu uns nach Hause!“
Zusammen mit der Stimmung und dem Geschehenen in diesem kleinen Wohnzimmer war genau diese Situation für mich mein ganz persönlicher Konvoi-Moment, der mich dort, am gefühlten Ende der Welt, und auch jetzt noch immer wieder beeindruckt.
Auf dem Rückweg ins Hotel war es dann auch relativ ruhig in unserem kleinen Bus, ob der Anstrengungen des Tages, aber auch weil sich jeder so seine Gedanken über das Erlebte gemacht hat.

Ich für meinen Teil habe hier die zweite Lektion des Konvois gelernt: „Demut“ und die Erkenntnis, dass es uns hier in Deutschland wirklich sehr gut geht und das, was bei uns immer wieder betrieben wird, „Jammern auf allerhöchstem Niveau“ ist. 
Für mich grenzt es an ein Wunder, dass Yuliya überhaupt so alt geworden ist und es ihr den Umständen (die wir beurteilen konnten) entsprechend gut geht. Auch kann man den Eltern (im speziellen ihrer Mutter) ansehen, was für eine Aufopferung und Anstrengungen es erfordert haben muss, sein Kind entgegen aller Widrigkeiten zu pflegen, ohne sich auf ein Sozial- und Krankenversicherungs-System stützen und verlassen zu können, wie wir es kennen.
photography I nikita kulikov 
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Mit diesen Eindrücken haben wir am letzten Tag nochmals unsere Kräfte gesammelt und unsere restlichen Päckchen an Kinder mit leuchtenden Augen verteilt.
Nicht ohne auch eine Panne an unserem Bus mitzuerleben (was bei den Straßenverhältnissen meiner Ansicht nach längst überfällig war), die aber laut unserem Fahrer Vitali (Zitat: „Den Hinterachs-Stabilisator brauchen wir nicht unbedingt“) nicht so gravierend war, als dass wir nach kurzer Demontage des Stabilisators nicht weiterfahren hätten können.
Abschließend entschieden wir uns, nachdem wir uns von unserem Fahrer Vitali und dem lokalen Guide Sergey verabschiedet hatten, noch ein Stückchen des Weges Richtung Kiev zu fahren und uns weiter nördlich als geplant mit den Odessa-Stadt-Gruppen zu treffen.
Ziel war „Borsti“, ein Hängebauchschwein, das bis vor kurzem unter dem Treppenabgang in einem Autobahn-Rasthof gewohnt hatte (aber mittlerweile ausquartiert wurde und in einer Hütte neben dem Eingang „wohnt“). 
Nach ein paar Bildern von Borsti ließen wir uns von den Bedienungen noch die Speisekarte erklären und gaben die letzten "Hrivna" für unser (im Nachhinein viel zu ausgiebiges) Abendessen aus.

Nachdem uns unser Bus wieder aufgelesen und wir danach auch den Rest der Truppe ein paar Kilometer weiter nördlich wiedergetroffen haben überwog bei den Meisten dann auch die Wiedersehensfreude und die Beruhigung, dass soweit alles ohne größere Probleme verlaufen war.

Nach einer Nacht im Bus war dann am nächsten Tag während der Fahrt noch die (mittlerweile wohl obligatorische) Feedback-Runde fällig.
Bei dieser konnte jeder Konvoi-Teilnehmer (natürlich freiwillig) seine Eindrücke mit allen anderen Mitfahrern teilen. Wenig überraschend lies sich keiner die Chance entgehen, ein paar (oder auch viele) Worte zu sagen.
 Dass diese Feedback-Runde nicht „einfach“ wird hatte ich mir schon gedacht, nachdem die ersten LKW-Fahrer über Funk ihre Eindrücke mitgeteilt haben.

Schon zu diesem Zeitpunkt konnte man ein Knistern im Bus spüren und die ersten Businsassen hatten feuchte Augen.
Was mich zu den nächsten Lektionen bringt: „Teile wenn du etwas hast“ und „wir tun das richtige“.

Als dann auch noch Michaela von ihrem „Konvoi-Moment“ erzählte, nämlich dass ein kleiner Junge in einer Schule, dem sie ein paar Bonbons gegeben hatte, diese unbedingt mit ihr teilen wollte und erst nach Übersetzung verstand, dass dies seine Bonbons sind und er sie nicht teilen muss, hatte gefühlt der ganze Bus Tränen in den Augen, was es für alle folgenden „Sprecher“ nicht einfacher machte. Es hat mir aber auch gezeigt, wie schnell aus vielen „Fremden“ eine Gemeinschaft werden kann, wenn man nur ein gemeinsames Ziel vor Augen hat. 
Auch dass diesen zusammengewürfelten Haufen innerhalb weniger Tage eine tiefe Freundschaft verbindet, hätte ich bei der Abfahrt nicht geglaubt. Dazu kommt, dass diese Gruppe, die nahezu zur Hälfte aus „Neulingen“ bestand, gemeinsam realisiert hat, dass das, was sie in der Woche zuvor getan hat, Sinn macht und gut ist!
Als wir dann an der ukrainisch-polnischen Grenze an dem ca. 20km langen LKW-Stau vorbeifuhren und dann auf der polnischen Seite noch ca. 15 Stunden auf die Abfertigung unserer (leeren) LKW’s warten mussten, kam mir meine erste Lektion (zur Erinnerung: „Geduld“) wieder in den Sinn und ich habe, wenn auch erst ein paar Tage später die Erkenntnis gewonnen, dass man Dinge, die man nicht ändern kann auch einfach mal aussitzen muss ohne sich darüber aufzuregen und damit sinnlos Energie zu verschwenden (die man ziemlich sicher sinnvoller einsetzen kann). 
Auf einem Autobahnrastplatz nahe Dresden war das ganze Erlebnis dann auch schon fast wieder vorbei (es lagen ja noch ein paar Stunden Fahrt vor mir), schneller als ich es mir im Nachhinein gewünscht hätte, denn wenn man die ganzen Einträge in der Whatsapp-Gruppe gesehen hat, hätte die ganze Aktion auch gerne noch länger dauern können.
Nicht, dass sich nicht alle gefreut hätten, wieder zu ihren Familien heimzukommen, aber so ein intensives Gemeinschaftsgefühl habe ich selten erlebt.


"Wie war's denn? - Erzähl' doch mal!" So und ähnlich bin ich in den letzten zweieinhalb Wochen immer wieder gefragt worden... Am Anfang habe ich noch versucht, meine Erlebnisse (teilwiese sehr bildlich umschrieben) möglichst authentisch rüberzubringen. Allerdings habe ich auch bald gemerkt, dass es nahezu unmöglich ist, jemandem auch nur ansatzweise zu erklären, was ich auf der "Reise" namens "Weihnachtspäckchenkonvoi 2017" erlebt habe und welche Eindrücke dabei hängengeblieben sind.
Viele Erlebnisse, positiv wie negativ, habe ich in diesem Text nicht erwähnt oder angesprochen, da es den Rahmen sprengen würde, aber wenn man wollte, könnte man darüber sicher ein (kleines) Buch schreiben.
Abschließend hoffe ich, dass alle Interessierten jetzt zumindest einen kleinen Eindruck bekommen haben, was es heißt beim WPK dabei gewesen zu sein.
Trotz der vielen Bilder und Ausführungen, wird es für einen „Außenstehenden“ immer nur ansatzweise möglich sein, die Emotionen und Eindrücke zu verstehen, die man erlebt, wenn man an dieser grandiosen Aktion teilnimmt.
Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich, sollte nichts dazwischenkommen, im Jahr 2018 auf jeden Fall wieder dabei sein möchte; nicht nur des „Dabeiseins“ wegen, sondern weil ich mich auch noch nach fast drei Wochen gerne an den Konvoi zurückerinnere, an die lustigen Momente und an die Erfahrungen die ich gemacht habe und weil ich weiß, dass das, was wir zusammen geleistet haben auch das bewirkt hat was es soll, nämlich vielen Kindern in der Ukraine zu zeigen, dass Kinder in Deutschland an sie denken. 

Auch wenn es schwierig ist Freunden zu erklären, welche Eindrücke der Konvoi hinterlassen hat ist es doch sehr gut darüber zu schreiben, zu reden oder auch nur auf Facebook oder in der Whatsapp-Gruppe zu lesen, weil es mich immer wieder „erdet“ und auch die Wertschätzung unserer Lebens-Umstände wieder auf einen gesunden Stand „zurücksetzt“.


Vielen Dank nochmal an alle Mitfahrer, Organisatoren und anderweitig Beteiligten, die diese wunderbare Aktion unterstützen und möglich gemacht haben!

Es war mir eine große Ehre, dabei sein zu dürfen!
YiK
Julius

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Kalle Kilpert, der WPK17 aus der Sicht eines alten Hasen

Meine Eindrücke vom WKP2017 die mir im Sinn geblieben sind sind eher die kleinen Dinge, die Randerscheinungen und manchmal auch schnell vergessenen Momente hinter den Kulissen einer Tour wie dieser. Ich war mit meinem Team in Brasov (Stadt). Erstmals ein Pionierteam, welches direkt mit einem RT-Tisch in Brasov vor Ort zusammengearbeitet hat.
Die Aufbauarbeit zu dieser Tour liegt dabei mehrere Jahre zurück. Die von uns Konvoilern immer als "Brasov-Tour" bezeichnete Tour endete eigentlich immer in Sfântu Gheorghe (einer eher ungarisch geprägten Gegend im Brasover Umland) bei der ortsansässigen Caritas, deren Netzwerk und Logistik wir für die Verteilung unserer Päckchen nutzten. Bei der vorletzten Tour lernten wir erstmals Tabler und LC'lerinnen von direkt aus Brasov kennen mit denen wir eine einzelne Verteilfahrt im Umland von Brasov zusammen gemacht hatten. Tags gleich luden uns die Mitglieder der Clubs zu einem Stadtrundgang und Abendessen nach Brasov ein. Der erste Kontakt war geknüpft.
Letzes Jahr fühlten wir den Jungs und Mädels  dann etwas genauer auf den Zahn um herauszubekommen, ob das alles mit unseren Clubs zu schaffen ist. Äußerst positiv überrascht waren wir dann von den Möglichkeiten, die uns die Tabler darlegten. Halle vorhanden, Entlademöglichkeit bestens, Netzwerk mit Anlaufstellen gegeben! PERFEKT... WPK2017 hat eine neue Anlaufstelle!
Diesen Konvoi 2017 war es dann soweit. Unser LKW war mit mehr als 5.500 Päckchen beladen von Mölln (SH) zur ersten Brasov-Stadt-Tour gestartet. Als schon alter "Konvoi-Hase" (mein 15.Konvoi) verlief die Fahrt selber unspektakulär. Höher schlug der Puls am Zielort. Wir fanden unsere Entladehalle auf Anhieb und entluden noch gleich nach der Ankunft unsere Päckchen. Viele tatkräftige Helfer seitens der Brasover Tabler, LC und Agora waren mit dabei.
Am ersten echten Tag begann der Pioniergeist mächtig zu grübeln... haben wir den Freunden doch zu viel zugemutet, die Touren waren eher zu klein gestrickt. "Päckchen-machen" (=Auslieferungsfahrten) waren doch zu klein dimensioniert und zu weit entlegen geplant. Allerdings sind in einer 300.000 Einwohnerstadt die ärmeren Einrichtungen auch ziemlich von anderen Organisationen überlaufen und ein 3. oder 4. Päckchen wollten wir dann auch nicht dort abliefern.
So nutzten wir den ersten Tag zur Sortierung unserer Päckchen, denn die Anforderungsliste unserer Gastgeber war so perfekt nach Geschlecht und Alter erstellt, dass wir peinlichst berührt hin und wieder bei Päckchen für jugendliche Jungs mit den Achseln zucken mussten... Letztendlich verteilten wir aktiv ca. 1.500 Päckchen in 3 Tagen bevor es wieder zurück nach Hause ging.
Mein absolutes Highlight einer Verteilfahrt war eine kleinere Einrichtung, wo unser Brasover-Tabler Alex für uns an die Kinder eine kurze Ansprache hielt, wer wir denn sind und woher wir und die Päckchen kommen. Ein wenig Gänsehaut-Feeling nach 14 Konvois doch zum ersten Mal das echte Gefühl bekommen, dass unsere Päckchen mit den richtigen Worten in die richtigen Hände übergeben wurden. So soll es sein! So ließen wir die restlichen Päckchen mit einem richtig guten Gefühl bei unseren Freunden in Brasov, eben side-by-side!

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Florian Clever, RT 28, Moldawien 2017


Ich bin jetzt knapp 1 Jahr und 3 Monate beim RT 28 Hamburg-Harburg dabei und durfte letztes Jahr das erste Mal erleben, was der Weihnachtspäckchenkonvoi ist. Schon beim Einpacken der Päckchen, die von unserem Tisch gesammelt wurden, hat mich dieses Projekt in seinen Bann gezogen. Im Laufe dieses Jahres reifte dann der Gedanke, dass ich mit dem Konvoi mitfahren möchte. Gesagt, getan, ich meldete mich mit dem Wunschziel Moldawien an. Als ich die Zusage erhielt, war die Freude riesig, jetzt musste es schnell gehen, der Reisepass musste beantragt, Impfungen kontrolliert und die Reiseapotheke bestellt werden. Am Tag vor der Abreise fuhr ich nach der Arbeit nach Hanau ins Hotel, wo schon viele Ladies und Tabler waren und wo schon die ersten Kontakte geknüpft wurden.

Am Abreisetag stiegen Nervosität und Vorfreude nochmal an. Vor uns lagen 42 Stunden Busfahrt, bis wir in Chişinău, der Hauptstadt Moldawiens ankommen würden. Obwohl ich das erste Mal dabei war, fühlte ich mich sofort in die Gruppe integriert, egal ob jemand ebenfalls zum ersten Mal oder schon zum x-ten Mal dabei war. Es wurde viel geredet und gelacht, man merkte jedem die Vorfreude an, selbst beim gemeinsamen Zähneputzen auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Rumänien war die Laune bestens. Dieser Zusammenhalt, der Spaß und das Wir-Gefühl hielten die gesamte Zeit über an, danke hierfür an das gesamte Team!!
Am Montagmorgen gegen 05:30 Uhr hatten wir unser Hotel erreicht, nach ein paar wenigen Stunden Schlaf ging es zum ersten Mal zum Austeilen der Päckchen.

Wir fuhren in Schulen, Kindergärten, Behindertenheime für sowohl körperlich als auch geistig behinderte Kinder, verteilten in Kulturzentren Päckchen an die Kinder aus der gesamten Region, sogar eine Polizeistation diente als Ausgabestelle. Eines hatten alle Orte gemeinsam: Leuchtende Kinderaugen. Die Vorfreude konnte man jedem Kind ansehen und auch wenn sie es kaum erwarten konnten ein Päckchen zu bekommen, warteten sie geduldig bis sie an der Reihe waren. Viele Kinder bedankten sich glücklich auf Rumänisch, englisch und sogar deutsch. Die Gastfreundschaft dort war beeindruckend, fast überall wurde uns Essen und Trinken angeboten, meist selbstgemachte Spezialitäten und selbstgemachter Wein.
Ein Bild wird mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben: Als wir an einem Ort mit dem Verteilen von knapp 600 Paketen fertig waren, kam ein kleines Mädchen verspätet und fing an zu weinen, als unser Team Fotos mit den Verantwortlichen vor Ort machte und es für sie so aussah, als würde sie kein Päckchen bekommen. Nachdem die Fotos gemacht waren, schnappte sich eine junge Frau sofort ein Päckchen, lief hinter dem Mädchen her und überreichte es ihr. Dieses war so glücklich, dass sie der jungen Frau sofort glücklich um den Hals fiel. Ich hatte Glück, diese Szene im Bild festhalten zu können.
Am Donnerstagnachmittag machten wir uns dann wieder auf den Rückweg und kamen Samstagvormittag wieder in Hanau an.Die Reise war für mich ein sehr schönes, intensives und bewegendes Ereignis. Es war eine ganz neue Erfahrung, fernab der Erfahrungen hierzulande, egal ob beruflicher, privater oder anderer Natur.
All das, z.B. zu sehen, wie glücklich Kinder sein können, auch wenn sie nur Kleinigkeiten bekommen, gibt einem so viel mehr zurück, als all die täglichen Erfahrungen im normalen Leben. Die Woche war insgesamt anstrengend, aber es hat sich definitiv gelohnt. 
Ich möchte im nächsten Jahr wieder mit dem Konvoi mitfahren, dann ebenfalls mit dem Ziel Moldawien.
Liebe Grüße, YiT,  frohe Festtage und einen guten Rutsch Florian

Thomas Ostheim, Moldawien 2017:


Thomas Ostheim 
Ich bin 49 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und den zwei Töchtern in Bad König.

Im Oktober und November haben mich sehr viele Menschen unterstützt, indem sie Weihnachtspäckchen für den Weihnachtspäckchenkonvoi gepackt haben.
Der Weihnachtspäckchenkonvoi ist ein Serviceprojekt von Round Table, Old Tabler, Ladies Circle, Tangent Club und Unterstützern. 
Das Projekt hat das Ziel Geschenke für bedürftige Kinder in entlegenen und ländlichen Gegenden in Osteuropa zu bringen. Dabei steht ein Grundgedanke im Mittelpunkt: Kinder helfen Kindern! Spenden gehen zu 100% in das Projekt. 
Ich bedanke mich sehr herzlich für die Unterstützung und Hilfsbereitschaft anlässlich des Weihnachtspäckchenkonvoi 2017 bei der ev. Kirchengemeinde Bad König, dem ev. Kindergarten mit den Kindern und Eltern, der Spielplatzinitiative Bad König und meinem privaten und familiären Umfeld. Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen!
Bei mir startete mein Mitwirken im Oktober 2014 mit einem Hilfskonvoi mit Krankenhausequipment für die Region Odessa in der Ukraine. Hier nahm ich ehrenamtlich als Fahrer eines von zwei LKWs und einem Bus teil.  Eine Vorbereitung für den Weihnachtspäckchenkonvoi 2014, um zu sehen, wie die Lage in dem vom Krieg erschütterndem Land ist. Auf Grund dieser Fahrt konnte der Weihnachtspäckchenkonvoi auch 2014 in die Ukraine durchgeführt werden. 2015 startete für mich der erste Weihnachtspäckchenkonvoi nach Moldawien. Das ärmste Land in Europa. Von hier kam ich mit vielen Eindrücken und der festen Überzeugung zurück, dass alle Beteiligte hier etwas sehr Gutes tun. Ein Symbol in die ärmsten Regionen Europas zu senden, dass sie nicht vergessen sind. Und den Schwächsten der Gesellschaft, den Kindern, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. 2016 war ich persönlich nicht in der Lage am Weihnachtspäckchenkonvoi teilzunehmen. Das festigte aber meine Überzeugung für 2017 mehr zu tun. Ich wollte den Konvoi nicht nur mit meinem Handeln unterstützen, sondern auch Bad König die Möglichkeit zu geben, dieses Gefühl auch nach Moldawien zu transportieren.
Nach Gesprächen mit den Pfarrern Frau und Herrn Hecker bekam ich Unterstützung der ev. Kirchengemeinde. Auf einem Kinderflohmarkt der Spielplatzinitiative machte ich dieses Vorhaben erstmals publik. Flyer wurden im Kindergarten, dem Jugendtreff und der Kirchengemeinde ausgelegt. Meine Frau überraschte mich mit einem Artikel im Nah Dran. Ab hier war nichts mehr zu stoppen! 
Die Päckchen wurden im Pfarrbüro, dem ev. Kindergarten und bei mir zu Hause in Empfang genommen. Der erste Transport der Päckchen erfolgte mit Kleinfahrzeugen mehrmals in der Woche von mir zu Hause nach Frankfurt. Insgesamt habe ich 94 liebevoll gepackte Päckchen in meinem Smart transportiert. Von hier aus ging der Weg weiter mit dem Klein-Lkw nach Koblenz in das Zentrallager, das durch den Sponsor Raben Spedition zur Verfügung gestellt wurde.
Als nächstes war eine meine Aufgaben am 30.11. nach der täglichen Arbeit eine Sattelzugmaschine in Frankfurt zu übernehmen, nach Gießen zu fahren, hier einen Trailer aufzunehmen und nach Koblenz zu bringen. Der Sattelzug wurde in der Nacht noch beladen und ich konnte nach Frankfurt zurückfahren. Am nächsten Tag fuhr ich die Sattelzugmaschine nach Hanau  zur Firma Evonik. Hier haben wir die fast 40 Fahrzeuge mit den Konvoi Aufklebern beklebt und in Startfolge aufgestellt. Die Evonik sponsert den Konvoi mit der Betankung sämtlicher Fahrzeuge für den Konvoi nach Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Ukraine.
Insgesamt 28 LKW, 5 PKW, 6 Omnibusse und 236 Helfer gingen auf die Reise. Auch nicht zu vergessen: Die 132.000 Päckchen, die durch Kinder und Spender in Deutschland, Österreich und Niederlande gepackt wurden.  Der Teilkonvoi Moldawien besteht aus 3 LKWs und 2 Omnibussen. Über 40 Stunden Nonstop Anreise, da man als Hilfskonvoi keinen Lenk-und Ruhezeiten unterliegt, eine EU Außengrenze, die Karpaten und kleine Landstraßen später erreichten wir Kischinau in Moldawien, den Zentralpunkt unserer Verteilung. Unterstützung im Land haben wir durch den Lions-Club vor Ort erhalten, der uns begleitete, weitere Fahrzeuge stellte und bedürftige Anlaufstationen vermittelte.
Nun kam der schwierigste aber auch zugleich schönste Teil des Weihnachtspäckchenkonvois: Die Verteilung der Geschenke. WOW, was für eine Atmosphäre, eine spannungsgeladene, erwartungsfrohe Stimmung.
Häufig auch mit dem sofortigen Auspacken der Geschenke verbunden. Emotional ist das gar nicht so richtig in Worte zu fassen. Diese Armut ist für uns nur sehr schwer zu verstehen. Und das in einer Gesellschaft mit vielen Kindern, vielen alten Menschen, vielen Behinderten und wenig  Eltern, da diese häufig im Ausland arbeiten. 
Bilder sagen mehr als 1000 Worte.
Für weitere Informationen: http:// www.weihnachtspaeckchenkonvoi.de oder
auf Facebook #WPK17 
Nach weiteren über 40 Stunden erreichten wir wieder Hanau/Frankfurt. Für viele Teilnehmer ging die Reise dann aber noch weiter in die nördlichen Landesteile. Viele waren erst nach über 50 Stunden Heimreise zu Hause. Alle Unversehrt und Gesund mit einem warmen Gefühl im Herzen, das wir auch Ihrem Einsatz zu verdanken haben. Mein Entschluss steht fest: Ich werde mich auch nächstes Jahr wieder engagieren. Und ich hoffe, dass ich dann auch wieder auf die Unterstützung durch Bad König, meiner Familie und meinen Freunden rechnen kann.
Euer Thomas Ostheim

Dienstag, 26. Dezember 2017

Petra Sandmann, Moldawien 2017:


Meinen emotionalsten Moment vom WPK 17 zu schildern ist gar nicht so einfach. Es gab einfach zu viele davon J 

Ich bin in diesem Jahr das zweite Mal mitgefahren. 2016 habe ich bereits viele wundervolle Momente bei der Päckchenübergabe in Kindergärten und verschiedensten Einrichtungen erlebt. Da konzentrierte ich mich allerdings eher auf die Rahmenbedingungen, wie„Huch, ich bin dabei, was erwartet mich und was muss ich tun“. Habe einfach das gemacht was alle machen und dabei schon so unglaublich viele schöne Momente mit nach Hause genommen.  

Dieses Jahr war es anders. Im Vorfeld konnte ich nun aus dem Erlebten in den Kindergärten und Schulen in Bielefeld erzählen was an dem WPK so besonders ist und sie für diese Sache begeistern. Wir haben unglaublich viele Weihnachtspäckchen eingesammelt. So habe ich mich mehr als Botschafter unserer deutschen Kinder gefühlt und bin mit diesem Gefühl gefahren.  

Zu Beginn unserer Reise war vieles ähnlich wie im letzten Jahr, nur das wir diesmal viel mehr Päckchen aufweisen konnten um damit noch mehr Kindern eine Freude zu bereiten.

Ich hatte aber keine Idee was mich dann im Süden von Moldawien erwartet. Denn letztes Jahr war ich für den Norden eingeteilt.
Nach einer langen Fahrt über unbefestigte Straßen tauchten dann irgendwann Häuser auf, ein Dorf! und ich dachte, wo kommen die denn jetzt her...Ja, auch hier leben Menschen und Kinder...ich habe so viel Armut, Ohnmacht und Aussichtslosigkeit noch nie gesehen und erlebt...  

Wir haben dann dort mit Hilfe von Irina, unserer Vermittlerin, vielen Kindern in den Kindergärten mit unseren Weihnachtspäckchen einen glücklichen Moment beschert.  

Ein ganz besonderer Moment für mich war die Übergabe an einen kleinen Jungen. Das Päckchen war ziemlich verschnürt, ich musste ihm helfen. Und auch ich brauchte viel Kraft dieses Klebeband zu durchreißen, was die Vorfreude und Neugier natürlich erhöhte. Nach viel Kraftaufwand war es nun endlich geschafft und der Junge öffnete erwartungsvoll den Deckel des Päckchens. Es waren viele schöne kleine Aufmerksamkeiten darin und eine Weihnachtskarte...der Junge schaute sich zuerst die Karte an und war auf den Text auf der Rückseite der Karte neugierig. Ich konnte es gar nicht fassen, dass ihm die Weihnachtskarte so wichtig war. Ich habe die Karte, in seinem Sinn, genommen und ihm folgendes vorgelesen.. “Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr wünscht Dir Uwe“...

Ich habe versucht ihm zu erklären, dass da ein Junge aus Deutschland, mit dem Namen Uwe ist, der ihm dieses Päckchen gepackt hat um ihm eine Freude zu machen.  Er nahm den Deckel des Päckchens und machte das Päckchen ganz sachte zu. Er schaute nur noch ganz verträumt auf die lieben Grüße. Mir kamen die Tränen und ich war so gerührt. Diese Worte waren für ihn was ganz besonders, denn da ist jemand in Deutschland, der an ihn denkt. 

Wie gesagt, ich habe viele schöne Momente erleben dürfen und bin sehr Dankbar dafür. Ich bin gerne wieder im Neuen Jahr dabei um den Kindern glückliche Momente zu schenken und um ihnen das Gefühl zu geben das wir an sie denken!

Liebe Grüße, Petra

Ingo Dedermann: Hallo Ihr Zweifler...


Nach dem Konvoi ist vor dem Konvoi und so beginnt meine Planung dafür mit dem Eintrag des Konvoi- und Packtermins in meinen Oldschool Papierkalender jeweils Ende Dezember. Ich bin beruhigt, weil ich weiß, ich kann ihn nicht verpassen.
Irgendwann geht es los mit Anrufen bei potentiellen Spendern, mit kleinen Vorträgen, Plakate und Flyer werden versandt, Privatpersonen angesprochen, Familie und Freunde erinnert, Umkarton bestellt. Der Termin rückt näher. Das Konvoifieber steigt. Abholtermine werden vereinbart, Touren geplant, Helfer organisiert, Nachzügler versorgt, Päckchen in Umkartons gepackt, Zähllisten aufgestellt. Irgendwann sind die Päckchen sind verladen. 
Kleine Pause bis zum Konvoi. Eigene Firma klarmachen, Mannschaft einweisen. Tasche packen. Auf geht’s. Abschied von Frau und Kind.
Hanau: Groooooßes Hallo. Viele entspannte Gesichter. Ein Jahr nicht gesehen, trotzdem wiedererkannt. Bierchen trinken. Letztes Schlafen im Bett für die nächsten 3 Tage.
Abfahrtstag. Große und kleine Reden. Fotos für Sponsoren, für die Familie, für Facebook. Ein letzter Kaffee.
Endlich unterwegs. LKW. Erstmal wieder daran gewöhnen. Breiter, länger, höher wie mein Smart. Kein Platz im LKW; liegen, sitzen, essen, schlafen im Bus. Mitten in der Nacht raus, Fahrerwechsel, genervt, kein Kaffee, die Blase drückt, dafür freie Bahn, sternenklare Nacht. Die Strapazen fallen ab. Die hektische Zeit ist vorbei, Weihnachten ist eingeläutet…
Die Woche vergeht im Fluge. 
Strahlende Kinderaugen.
Tränenerstickte Dankeschön von den Müttern.
Verdammt gutes Gefühl.
Verdammt schlechtes Gefühl. 
Irgendwann die Rückfahrt. Ende.
Warten aufs nächste Jahr. 
Ist das alles? Was können wir noch tun? Wer braucht spezielle Hilfe? Reichen dafür die eigenen Ressourcen? Ist es noch zeitgemäß mit rund 30 LKW und 250 Personen in diese Länder zu fahren und „Geschenke“ zu bringen? In Länder zu fahren, in denen auch dicke PKW fahren, schöne Häuser entstehen, viel Geld verdient wird. 
Haben die Zweifler Recht? Gäbe es nicht in Deutschland auch genug zu tun?
In den ersten Tagen nach dem Konvoi werde ich oft gefragt: „Na, wie war es?“ Ich erzähle dann nur von den schönen Momenten, werde aber oft unterbrochen so nach dem Motto: Also wie immer. Themenwechsel. Das macht traurig, fast schon wütend. Es ist nämlich nie wie immer!!  
Oder es heißt: „Hast du wieder Geschenke gefahren? Gibt es nicht in Deutschland genug arme Kinder?“ Diese Jahr habe ich öfter mal geantwortet: Diese Kinder zu beglücken überlasse ich dir. Du bist ja sicher dafür unterwegs.
Betretendes Schweigen….und wieder traurig, fast schon wütend.
Ich überlege wieder. Haben die Zweifler Recht? Was passiert eigentlich auf der Reise? Im Vorfeld. Im Nachgang?
Was passiert eigentlich zwischen, vor, nach, neben den Päckchen? Mit mir? Mit den anderen Mitfahrern?
Was treibt uns an? Wieso setzen wir uns diesen „Strapazen“, dieser „Ungewissheit“, diesem „Abenteuer“ aus? Warum sitzen wir nicht zuhause bei unseren Familien und genießen die Vorweihnachtszeit. Sind wir wirklich für die Sache, die Kinder unterwegs? Ist es für unser Ego?Stumpfen wir angesichts des moderaten Elends (es geht auf dieser Welt ja tatsächlich noch viel schlimmer) ab? Empfinden wir einen wohligen Schauer im Bewusstsein, das es uns viel besser geht. Heben wir mit unserer Aktion nicht auch den Zeigefinger gegen die Nichtstuer in diesen Ländern? Und, steht uns das zu? Sind wir die Guten? Beruhigen wir mit der Tour unser Gewissen, dem ja bewusst ist, das wir auf Kosten der (dieser) ärmeren Länder unseren Wohlstand „erarbeitet“ haben….
Ich habe mich in diesem Jahr bewusst nicht in die erste Reihe der Päckchenübergeber gestellt, sondern alles ein bisschen aus der Entfernung beobachtet. Vor allem habe ich in mich hineingefühlt, um festzustellen wie es mir damit, wie es mir mit dem Konvoi geht.
Ich habe so auf meinen „Konvoi-Moment“ gewartet… und er kam spät, sehr spät. 
Im Gegensatz zu den vorigen Fahrten, war es nicht EIN Moment, sondern DER Moment in dem mir bewusst wurde, das es wenig gibt auf dieser Welt, das der Einzelne tun kann, um anderen Menschen einen kleinen Lichtblick zu verschaffen. 
Dies aber tun wir mit unseren Geschenken, die ja auch immer Gesten der Freundschaft und der Nächstenliebe sind. Von daher ist es genau richtig was wir tun, es ist völlig legitim.
Euer Ingo

Sonntag, 24. Dezember 2017

Andreas Hamburg zum Konvoi 2017

Eigentlich müsste unser Freund Andreas Hamburg eine rote Jacke anhaben. Ok, schwarz tut es auch, aber in seiner Seele ist er immer beim Konvoi und eben Konvoiler mit Herz. Schon zu Anfang eines jeden Konvois schau ich all meine Medien durch, ob Andreas uns wieder ein paar Grüße geschickt hat. Auch in diesem Jahr wurde meine Hoffnung nicht zu lange auf die Geduldsprobe gestellt.
Lieber Andreas, danke für Deine Worte!

Nikoläuse, wo kommen die eigentlich her?
Eine der größten Quelle dieser leichten Gestalten bin ich persönlich begegnet. Sie ist unter den Namen RTD – Round Table Deutschland bekannt. Ich vermute hinter diesen Buchstaben etwas mehr, als ein Möbelstück in Form eines Kreises. Für mich persönlich stehen diese drei Buchstaben für: Raffiniert, Tatkräftig und Dankbar.
Es ist erstaunlich wie raffiniert sie mit ihren Aktionen sind. Jährlich steigern sie die Anzahl der Geschenke, von 20.000Stück 2009 bis hin zu 132.000 für dieses Jahr. Andere raffinierte Aktionen wieder Bau eines Erholungsheims in Kaub, 1000 Kinder hören, 1000 Kinder sehen und vieles mehr gehören zu dem raffinierten Plan wie vielen Kinder eine Freude gemacht werden soll.
Tatkräftig – sie verteilen die Geschenke an die Kinder selbst. Einmal hatte ich die Ehre bei der Entladung von ein paar LKWs dabei zu sein. Tatkräftige Sache, die das Getane nachhaltig im ganzen Körper spüren lässt. Es wird tatkräftig geplant, gesammelt, organisiert und verteilt.
Dankbar – selbstverständlich bekommen sie Ihren Dank, der den Gesichtern der Kinder in  der Ukraine, Moldawien und Rumänien abzulesen ist. Es ist schön und wichtig, mir geht es aber um etwas anderes. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Nikoläuse vom RTD dankbar sind, dass sie diesen unsagbar tollen Dienst an vielen Kindern tun können. Und dafür bin ich Ihnen unendlich dankbar. Macht weiter, liebe Nikoläuse. Gottes Segen möge Euch begleiten!
Euer Pfarrer
Andreas Hamburg

Samstag, 23. Dezember 2017

Christian Roth, WPK- Rumänien II


Geschafft ABER GLÜCKLICH
Auch für mich war es der erste Konvoi. Tour: Rumänien II, Zielort: Drobeta Turnu Severin. Schon seit zwei Wochen sind wir alle wieder zurück, meine Eindrücke und Erinnerungen sind allerdings noch lange nicht richtig "einsortiert": Die Klassenzimmer, von einem alten, braunen Kachelofen aus Ceaușescus Zeiten eher schlecht als recht beheizt. Darin oft viel zu viele Kinder mit dicken Jacken und Mützen. Das Geraschel beim Auspacken. Die Begeisterung der Kinder, die menschliche Wärme, die innerhalb weniger Augenblicke die Kälte überstrahlt.

Auf der anderen Seite stehen die Begegnungen mit unseren Freunden von Round Table und Ladies Circle in Drobeta: so, als wären wir alte Freunde. Und die Stadt selbst, die wir nach unseren Maßstäben schlicht und ergreifend als "hässlich" bezeichnen würden, die nach kurzem Kennenlernen liebenswert wird.
Das erste Mal dabei und schon im TV: Der Konvoi im rumänischen TV.

Die ersten Aha-Momente waren schon viel früher in der Heimat, lange bevor sich der erste LKW auf den Weg gemacht hat: Das fängt an bei den Kindern, die voller Freude ihre liebevoll gepackten Päckchen abgeben, das geht weiter bei der Begeisterung unter den freiwilligen Helfern an den Sammelstellen. Und ein ganz toller Augenblick war es, als ich endlich die rote WPK-Jacke anhatte und endgültig ein Teil des Konvois wurde – und der Konvoi ein Teil von mir.

Oft sind es auch die Kleinigkeiten, die gewaltig Eindruck hinterlassen: wie zum Beispiel die Reservisten, mit denen wir im Hotel in Hanau an der Hotelbar gesprochen haben. "Toll, dass ich Euch kennenlerne" freute einer der Jungs "von meiner Tochter habt Ihr auch ein Päckchen dabei. Ich wusste allerdings nicht, dass der Konvoi sowas Großes ist und dass Ihr mit soviel Herzblut dabei seid".

Herzblut und Begeisterung. Das ist es, was den Konvoi so unbeschreiblich macht – bei allen, die irgendwie damit zu tun haben.

Wie wir alle wissen ist nach dem Konvoi vor dem Konvoi. Ich freue mich auf den "WPK2018"!

Viele Grüße und Frohes Fest aus Schwetzingen

Euer Christian

Jens Evensen; WPK 17


Jetzt wo schon einige Zeit vergangen ist nach dem Konvoi möchte ich die Gelegenheit hier nutzen um mich noch einmal bei euch für diese schöne und unvergessliche Zeit zu bedanken. Ganz besonders dir Tommy wo du es noch so kurzfristig geschafft hast mich in dein Team unterzubringen. Solch tolle Leute wie euch kennenlernt zu haben und gemeinsam viele Kinderaugen zu leuchten zu bringen ist mit Abstand die schönste Erfahrung die ich seit langen erleben durfte. Mit so vielen Menschen aus ganz Deutschland und noch darüber hinaus gemeinsam dieses Projekt der Selbstlosigkeit zu bewältigen ,und all die Widrigkeiten zu meistern war großartig 👏👏👏
Sehr viele Eindrücke sind hängen geblieben unter anderen den tollen Moment den ich mit Bernd teilen könnte als wir beim letzten Kindergarten sehr viele Glückliche Kinder dabei beobachten konnten wie Sie Ihre Geschenke ausgepackt haben, und sich auch über vermeintlich einfache Dinge so sehr gefreut haben. Oder als mir beim verteilen ein Paket in die Arme viel wo das kleine Mädchen noch ein Zettel mit ein paar lieben Worten drauf geklebt hatte. Das und noch so viel mehr hat es so besonders gemacht und mir gezeigt das das was wir machen so wichtig ist. 
Darum werde ich  alles daran setzen euch auch im nächsten Jahr wieder zu unterstützen und das Projekt noch größer zu machen. Habt eine schöne Weihnachtszeit!
Liebe Grüße aus Hannover
Euer Jens

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Thomas Steinke, WPK17


Alle Jahre wieder haben wir Tabler und Ladies aus Mittelthüringen das Team Ukraine vom Weihnachtspäckchenkonvoi am A4-Rastplatz Eichelborn versorgt. Ich habe mir immer mal vorgestellt, jetzt mit in den Bus einzusteigen und einfach mal mitzufahren. Natürlich geht’s so nicht, also hab ich mich ordentlich angemeldet.

Ende Oktober erhielt ich dann die Nachricht, dass ich in Moldawien dabei sei. Es überkam mich eine große Freude und gleichzeitig einige Bedenken ;-).... So begann das kleine Abenteuer.

Am Samstag trafen wir uns in Hanau, registrierten uns, holten unsere Sachen und warteten auf die Abfahrt. Ich wusste nicht, was es heißt, 44 Stunden im Bus zu sitzen und so ließ ich es auf mich zukommen. Die Busfahrt zog sich ein wenig :-) aber im Bus war eine super Stimmung.

Endlich in Chişinău angekommen fingen wir ab Montagmittag an, unsere Weihnachtspäckchen zu verteilen. Um recht viele Kinder zu erreichen, waren wir die nächsten 3 Tage viel in Moldawien unterwegs und wir haben sehr vielen Kindern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Das war herrlich :-)

Was hat mich nun am meisten beeindruckt?

Am beeindruckendsten fand ich tatsächlich die Kindergärtnerinnen, Lehrer, Erzieher vor Ort: wie sie sich große Mühe geben und mit wenig Mitteln jeden Tag wieder aufs Neue stemmen. Ich fand auch sehr beeindruckend, wie wir einen Vortrag hören und sehen durften, in dem uns voller Stolz gezeigt wurde, was das letzte Jahr für die Schule und den Kindergarten getan wurde. So wurden zum Beispiel die Wege um den Kindergarten befestigt und geteert. Das zeigt mir doch, dass es (wenn auch in kleinen Schritten) voran geht. Und das ist für alle wichtig und richtig.

Nächstes Jahr werde ich sicher wieder mit dem Konvoi mitfahren und bin schon jetzt gespannt, was sich bis dahin alles getan haben wird. Bilder zu meiner Reise findet Ihr auch auf meiner Homepage.

Ich wünsche euch allen ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins nächste spannende Jahr

Euer Thomas vom OT 209 Weimar

Anm.: Thomas war aber auch in seiner Funktion als Akustiker mit vor Ort und hat in Hirbovat mit unserem Doc Michael in dem Heim für gehörlose Kinder die alten Geräte geprüft und neu eingestellt oder gar ganz ersetzt. Darüber hinaus wurden seitens des RT/OT Weimar insgesamt 10 Hörgeräte für diese Aktion gesponsert. Danke Freunde!